September 4, 2020

Ein überstimulierter Hund, ist das möglich?

By Alexander Schwolow

Die Antwort auf diese Frage ist kurz und auf den Punkt gebracht: “Ja”.
Obwohl es leider immer häufiger vorkommt, dass Hunde überreizt werden, ist ein überreizter Hund aufgrund des geschäftigen Lebens, das wir als Besitzer und unsere(n) Hund(e) oft mit uns führen, der geschäftigen Gesellschaft und dem hier und da (zu) wenig physischen Raum, in letzter Zeit nicht etwas ‘Neues’ oder Gegebenes. Glücklicherweise wurde ihm in den letzten Jahren jedoch mehr Aufmerksamkeit geschenkt und es wird stärker darauf geachtet, dass genügend Ruhe für einen Hund genauso wichtig ist wie genügend Bewegung/Aktion. In diesem Blog können Sie mehr darüber lesen.

Die Bedeutung des Gleichgewichts!
Ein glücklicher, stabiler Hund ist ein Hund, der im Gleichgewicht ist. Wo körperliche Herausforderung, geistige Herausforderung und Ruhe im Gleichgewicht sind. Eine körperliche und geistige Herausforderung erschöpft den Menschen, aber auch den Hund. Körper und Geist müssen sich aufladen, und dieses Aufladen geschieht durch Ausruhen/Schlafen. Wenn ein Hund sich nicht ausreichend aufladen kann, wird die Batterie leer und der Stresskübel voll. Der “Stress-Eimer” ist wahrscheinlich ein Begriff, von dem Sie schon mehr gehört haben, aber was bedeutet er genau?

Der Stress-Eimer…
Stress (oder Aufregung) bei einem Hund ist die Reaktion auf eine Emotion. Gut zu wissen, dass diese Emotion sowohl positiv als auch negativ sein kann. Adrenalin zum Beispiel wird durch beides produziert (positiver und negativer Stress). Wenn Sie also nur auf den Körper Ihres Hundes schauen (physischer Effekt), sind die Auswirkungen die gleichen.

Stellen Sie sich einen imaginären Eimer vor. Dieser Eimer gehört Ihrem Hund und der Eimer enthält eine gesunde Grunddosis an Stresshormonen für Ihren Hund. Wenn Ihr Hund mit Stress oder Aufregung zu kämpfen hat, füllt sich der Eimer von selbst. Wenn dieser Stress oder diese Aufregung mehrmals am Tag auftritt, ohne dass der “Pegel” im Eimer durch Ruhe, geistige oder körperliche Aktivität (ausreichend) sinken kann, dann wird der Eimer Ihres Hundes überlaufen.

Es passiert dasselbe, wie wenn “der Eimer” in unseren menschlichen Kopf überläuft. Abhängig von der Person, aber auch von der Person des Hundes, kommt es zu einer kurzen Zündschnur, ob er nicht mehr in der Lage ist, klar zu reagieren, ob er schärfer auf Reize reagiert (z.B. viel Bellen), oder ob er sehr beschäftigt und überdreht wird. Überempfindlich reagieren in jedem Fall und können nicht mehr Sie selbst sein.

Missverständnis!
Im Falle eines defekten Eimers bei einem Hund herrscht noch zu oft Unverständnis unter den Besitzern, weil sie nicht (direkt) erkennen, dass ein Hundekumpel in diesem Moment nicht “normal” sein will, sondern einfach nicht kann. Nicht sie selbst, weil ihr Eimer/Kopf übergelaufen ist. Oft sieht man, dass in solchen Situationen Konflikte zwischen Besitzer und Hund entstehen. Eine Schande! Konflikte, Irritationen oder Unverständnis können wirklich verhindert werden, wenn Sie Ihrem Hund von vornherein Ruhe gönnen. Zu sehen, dass das alles zu viel ist und ihn zum Beispiel aus einer hektischen Situation herauszuholen.